Aufzuchtbehälter für juvenile Boas

Aufzuchtbox einer Boa constricor longicauda Aufzuchtbox einer Boa constricor longicauda

Nach dem Kauf der ersten jungen Boa wird meist schon der erste Fehler darin gemacht, dass die Schlange in ein viel zu großes, mit mehreren Versteckmöglichkeiten ausgestattetes und kaum überschaubares Terrarium gesetzt wird.

(Ich spreche hier aus eigener Erfahrung...)

 

Will man sein Tier füttern oder sich nur über dessen Gesundheitszustand informieren, beginnt die lange Suche, die meist erst dann endet, wenn ein Großteil der Einrichtungsgegenstände ausgeräumt sind und die Schlange verängstigt ihr Versteck aufgibt.

Dass dieses Tier nach der Suchaktion keine große Lust auf Handhabung hat, ist nur allzu verständlich.

Ein großes Terrarium hat ebenfalls den Nachteil, dass es fast nicht möglich ist, überall für die nötigen klimatischen Bedingungen zu sorgen. 

Versteckt sich das Tier im oberen Teil nahe der Wärmequelle, ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, verkriecht es sich im unteren Bereich hinter der Wasserschüssel, werden oft nicht die nötigen Temperaturen erreicht, die für eine optimale Verdauung der juvenilen Schlangen sorgen.

 

 

Wir pflegen unsere jungen Schlangen bis zu einem Gewicht von 400 - 500 Gramm in Plastikboxen in verschiedenen Größen. Die Boxen werden einfach in ein Terrarium gestellt, dass wiederum beheizt ist. So kann man mehrere Schlangen in einem Terrarium in Einzelhaltung aufziehen.

Die Aufzuchtbehälter haben mehrere entscheidende Vorteile:


  • Die Verletzungsgefahr ist so gut wie ausgeschlossen

  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit können exakt geregelt werden

  • Die Tiere fressen besser als in Großterrarien

  • Die Schlangen werden zutraulicher

  • Ständige Kontrolle der Tiere möglich

  • Verunreinigungen sind auf ersten Blick sichtbar

  • Keine Platzprobleme bei Einzelhaltung

  • Die Ausscheidung kann im Falle einer nötigen Kotprobe exakt zugeordnet werden

 

 

Bevor die Schlangen in die Boxen einziehen, müssen Löcher für die Be- und Entlüftung in die Seiten gebohrt werden. Über die Anzahl der Löcher kann man auch die Luftfeuchtigkeit regeln.

Die Luftfeuchtigkeit wird mit Hilfe eines Hygrometers gemessen. Der optimal Wert liegt zwischen 65 und 75 % am Tag und 75 bis 85 % in der Nacht und es sollte immer an der Stelle, an der sich auch die Schlange aufhält, gemessen werden.

Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, kann man entweder ein kleineres Wasserbecken verwenden oder es werden zusätzliche Löcher in die Boxen gebohrt

 

 

Diesen Schrank haben wir nachträglich für die Aufzucht unserer Kleinen gebaut, weil die anderen Terrarien für Tiere benötigt wurden, die aus den Boxen herausgewachsen waren.

 

Die Boxen in dem Schrank werden mit 7 Watt Heizmatten beheizt. Die Heizmatten sind so angeordnet, dass die Schlangen eine warme Ecke zum Aufwärmen, oder einen kühleren Bereich am anderen Ende aufsuchen können.

Die Einrichtung in einem Aufzuchtbehälter sollte überschaubar und leicht zu reinigen sein. Bei uns beschränkt sie sich auf Küchenpapier als Bodengrund, eine Pappröhre (ebenfalls vom Küchenpapier) und eine Wasserschüssel. 

Alle Gegenstände werden täglich gereinigt (Box, Wasserschüssel) oder ausgetauscht (Küchenpapier,  Pappröhre)

Es ist sehr von Vorteil, wenn man doppelt so viele Aufzuchtbehälter wie Schlangen hat. So kann man seine Schlangen in die vorher vorbereiteten Boxen umsetzen, ohne sie "zwischenlagern" zu müssen.

 

 

 

Werden die Boxen vorher gereinigt und mit Papier und frischem Wasser ausgestattet, erspart man den Tieren und sich selbst unnötigen Stress und die "verunreinigten" Boxen können anschließend in aller Ruhe gesäubert werden.

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